15 Okt. 2020

Nur nicht nachlässig werden: Zieht Euch warm an!

Zum ersten Mal seit Start der Veröffentlichung meiner Schlagzeilen immer zu Wochenbeginn auf dieser Website hatte ich nicht pünktlich zum Montag einen neuen Text parat. Seit Ende der Sommerferien, die ich als nahezu unbeschwert empfunden habe, scheint mich Corona thematisch wieder fest im Griff zu haben. Leider als ständiges „Wenn“ und „Aber“. Wie gehe ich damit um, ohne mich eingeengt zu fühlen? Ausblende kann ich die Nachrichten nicht. Ich muss selektieren, bewerte Quelle und Thema und suche nach dem, was eine neu aufkommende Orientierungslosigkeit zerstreuen hilft. Ihnen geht es ähnlich? Dann lasse ich Sie nun teilhaben an Nachrichten, die mich anfangs verwirrt zurückließen und nun doch wieder einen festen Schritt voran gebracht haben.

Dreh- und Angelpunkt der neuen Realität nach den Ferien: Natürlich die Schule, in die ich – familientechnisch – noch immer verwickelt bin, samt der aktuell eher angespannten Situation, einer auf den Kopf gestellten Normalität. Die Schlagzeile „Philologen raten Schülern zu warmer Kleidung“ ließ mich grübeln, was dicke Jacken mit Sprach- und Literaturwissenschaft zu tun haben. Aber richtig: auch unser Sohn hat inzwischen dauerhaft im Klassenzimmer eine Jacke hängen, die griffbereit sein muss, wenn wieder gelüftet wird, um das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus möglichst gering zu halten. Lüften schadet nicht – solange sich die Kinder nicht erkälten und dann wegen den Corona-Symptomen sehr ähnlichen Krankheitsanzeichen zu Hause bleiben müssen …

Abhilfe schaffen sollte etwa, die Winterferien zu verlängern und dafür im Frühjahr und Sommer die unterrichtsfreie Zeit zu verkürzen. Auch wenn warmes Wetter vieles angenehmer macht, erschlossen sich mir Sinn und Zweck dieser Maßnahme einfach nicht. Weiterführend war für mich der Kommentar „Schön billig, aber völlig sinnlos“ von Parvin Sadigh, der mich jedoch immer tiefer in Grübeleien darüber stürzte, welchen Zwängen und Grenzen die Konzepte ausgesetzt sind, die die Pandemie aktuell von unserer Gesellschaft verlangt. Vieles ist vage und ungewiss, manches muss sich ändern und bringt Mühe und Aufwand mit sich. Doch wie der Autor treffend schreibt: Normalzustand ist nun mal gerade nicht zu haben.

Gezeter und Beschwerden sind einfach nicht zielführend. Doch auch keine Maßnahme kann Erfolg bringen, wenn nicht jeder Einzelne damit verantwortungsvoll umgeht. Darin, dass ich mein Verhalten vor allem vor mir selbst zu rechtfertigen habe, bestärkte mich ein weiterer Artikel aus der ZEIT: „Stellen wir uns nicht dümmer, als wir sind“. Schon mit der Überschrift hatte die Autorin Maria Mast meine Aufmerksamkeit und fesselte mich: „Eigentlich ist es nicht so kompliziert. Warum wir aufhören sollten, uns von politischen Regeln verwirren zu lassen und scheinbare Widersprüche als Ausflüchte zu nutzen.“ Mit dieser Aufforderung zu selbstverantwortlichem Handeln überlasse ich Sie nun Ihrer eigenen Lektüre des Kommentars.
Bleiben Sie aufmerksam, umsichtig und gesund!