6. Dezember 2021

Tunnelmodus – to be continued …

ZEIT ONLINE-Kolumnistin Frida Thurm hat offenbar kürzlich bei uns „Mäuschen“ gespielt. Wie sonst ließe es sich erklären, dass sie mir in ihrem Beitrag „Kinder und Corona – Diesen Text dürfte es eigentlich gar nicht geben“ so dermaßen aus der Seele gesprochen hat. Mir und vermutlich Millionen anderen Eltern, die sich seit Beginn der Corona-Pandemie im dauerhaften Krisenzustand durch den Tag organisieren. Häufig auf sich allein gestellt und ohne greifbaren Strohhalm der Hoffnung, dass nun bald alles wieder „normal“ wird.

Über die schwer aushaltbare Jonglage zwischen Homeoffice (mit allen Verpflichtungen, die der Arbeitstag mit sich bringt) und Kinderbetreuung (weil wahlweise Kita oder Schule oder beide gleichzeitig geschlossen sind beziehungsweise nicht in „Präsenz“ stattfinden) wurde eigentlich bereits alles gesagt. Allein schon, weil sich die Situation seit März 2020 im Grunde kaum verändert hat.

Und genau das ist es, was die ZEIT-Kolumnistin wütend macht. Meiner Meinung nach zu Recht wütend macht: Es könnte längst wieder anders sein, „normaler“. Wenn einige Menschen sich nicht auf ihrem sturen Egoismus ausruhen, nicht die Augen so fest vor einer offensichtlichen Tatsache verschließen würden – dass nämlich eine Infektion mit dem Corona-Virus für viele, viele, viele, viele, viele, viele Menschen tödlich war und immer noch ist! Und sich endlich impfen ließen. Denn auch das ist eine offensichtliche Tatsache: Bei den allermeisten Menschen hilft eine Impfung, den schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung zu verhindern. Eine Impfung hilft, dass es von der Symptomatik wirklich nur „eine Grippe“ sein kann. Der Großteil der Patienten, die mit einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden müssen, sind ungeimpft, zeigt die Auswertung des Onlineportals statista.

Warum also zögern immer noch zu viele Menschen, sich und andere – dabei vor allem jüngere Kinder, die noch nicht geimpft werden können, durch eine Impfung zu schützen?

Das Unverständnis wächst mit jedem Tag, den wir anderen uns im „Tunnelmodus“ (Frida Thurm) durch den Alltag arbeiten. Blick auf die Zukunft: „auf Sicht“ wie es so unschön heißt. Und mit der Hoffnung auf eine Änderung wächst auch das Unverständnis für die Ungeimpften.