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Unübersetzbare Wörter

Vor Kurzem war ich mit einer guten Freundin, die im ländlichen Bayern verwurzelt ist, in der Rhön zelten. Abends am Lagerfeuer zeigte sie mir mit dem Kommentar „Ich hab mich heute ganz schön verbrennnesselt“ kleine Bläschen am Arm. Genial, diese Verbform! Nicht so umständlich wie „an Brennnesseln verbrannt“ und gleichzeitig eine Selbstverständlichkeit vermittelnd, als würde sie täglich Nesseln berühren. Ob man sich auch im Rest der Republik „verbrennnesselt“, konnte ich nicht recherchieren. Der Duden und auch Google führen nur das Nomen „Brennnessel“. Und auch eine Übersetzung in eine andere Sprache habe ich für mein neues Lieblingswort nicht gefunden.

 

 

Bildquelle: Dumont-Verlag

Dabei muss ich an Ella Frances Sanders denken. Die Illustratorin sammelt unübersetzbare Wörter, die komplexe Begebenheiten kompakt beschreiben, und hat eine Auswahl in ihrem wunderschön gestalteten Buch „Lost in Translation“ festgehalten. Aus dem Deutschen stammen die Begriffe „Kummerspeck“, „Warmduscher“, „Drachenfutter“, „Kabelsalat“ und „Waldeinsamkeit“ – allesamt Komposita, eine deutsche Spezialität. Herrlich auch das schwedische „Fika“, was in etwa „sich treffen, quatschen und dabei einen Kaffee trinken“ bedeutet. Oder das japanische „Tsundoku“, das „ein Buch ungelesen lassen, nachdem man es gekauft hat, und es zu den anderen ungelesenen Büchern legen“ meint. Für meine bananenverliebten Kinder würde sich auch „Pisan Zapra“ eignen, Malaiisch für „die Zeit, die man braucht, um eine Banane zu essen“.

Die Süddeutsche Zeitung hat gerade ihre Leser befragt, welches Wort aus einer Fremdsprache ihnen im Deutschen fehlt. Stimmt, denke ich beim Durchklicken: Wir haben kein richtiges Wort für „nicht durstig sein“ (Schwedisch: „otörstig“), „ein Kind zwischen Baby und Kleinkind“ (Englisch: „toddler“), „an einem sonnigen, warmen Tag draußen sitzen und ein Bier genießen“ (Norwegisch: „Utepils“), „eine extrem schlecht gelaunte Frau, die permanent ihre eigenen Kinder anschreit“ (Dänisch: „Kaelling“) oder „wenn jemand nach einem Friseurbesuch schlimmer aussieht als vorher“ (Japanisch: „age-tori“). Der Kommentarbereich ist noch geöffnet – vielleicht fällt Ihnen ja noch ein Wort ein? Das wäre „gigil“ (Philippinisch: „so überwältigend, dass man zittern muss“)!

Einen schönen Sommer wünscht Ihnen

Christine Reith

 

Von Glibber-Glitzer bis Einhorn-Slime: So cool ist Schleim

Für diesen Blogbeitrag wenden wir uns – Achtung! – ein bisschen ab von den Business-Themen rund um PR und Unternehmenskommunikation und widmen uns einem ziemlich akuten Phänomen, dem Schleim. Zu verdanken haben wir das unserer Großen, die seit Tagen unseren Esstisch in ein Schleim-Labor verwandelt und stundenlang Rezepte sucht, euphorisch seltsame Dinge zusammenrührt und dann wie wild mit dem fertigen Schleim knetet und spielt.

Damit ist sie keinesfalls allein! Wer bei Google „schleim selber machen“ eingibt, bekommt 982.000 Ergebnisse. Darunter 145.000 Videos, in denen Youtuber und Blogger Schleim anrühren. Der Schleim-Account bei Instagram hat 2,1 Millionen Follower. Zum Einsatz kommen da die verschiedensten Zutaten wie Kleber, Rasierschaum, Kontaktlinsenflüssigkeit, Salz, Waschmittel, Shampoo, Flohsamenpulver, Natron oder Speisestärke sowie jede Menge Lebensmittelfarbe, Glitzer oder bunte Styroporkugeln. Dem Ergebnis werden noch die wunderbarsten Namen gegeben wie Galaxy-Schleim, Perlen-Schleim, Unicorn-Poop-Schleim, Crunchy-Floam oder Barrel-O-Slime und dann geht’s los ans Spielen. Youtube-Star Bibi macht sogar essbaren Nutella- und Zuckerwatteschleim, ob man da wirklich zubeißen möchte?

Warum Schleim so eine faszinierende Wirkung hat, haben wir in der Süddeutschen Zeitung gelesen. Unter dem Titel „Warum lieben Kinder Schleim so sehr?“ nennt der Artikel folgende, für uns einleuchtende Gründe:

  • Schleim weckt ambivalente Gefühle. Manche Menschen finden ihn widerlich, andere wiederum lieben ihn umso mehr.

  • Schleim fühlt sich – wenn man ihn mag – einfach toll an und kann auch optisch und akustisch ein Genuss sein (Glitzer, Knallgeräusche…).

  • Neurologen gehen davon aus, dass Menschen, die die Wabbelmasse extrem gerne mögen, das sogenannte „Autonomous Sensory Meridian Response“ erleben. Damit wird dieses Kribbeln beschrieben, das von Kopf bis Fuß geht – zum Beispiel beim Haarewaschen beim Friseur.

  • Mit Schleim zu spielen, ist beruhigend und entspannend.

  • Anders als bei zum Beispiel Knete, will Schleim nichts werden. Er ist quasi so sinnfrei wie Fidget Spinner, dabei aber viel kreativer.

  • Dem Artikel hinzufügen möchten wir: Schleim bedient den Spieltrieb und weckt den Forscherdrang der Kinder. Denn ob ein Rezept wirklich funktioniert, erfährt man erst nach langem Rühren. Dafür ist die Freude dann umso größer, äh glibberiger. Viel Freude beim Ausprobieren!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Screenshot des Artikels aus der Süddeutschen Zeitung vom 7. Mai 2018

Darüber haben wir diese Woche gelacht: SZ-Artikel über Regretting Childhood

Was stört Kinder eigentlich an ihren Eltern? Die Süddeutsche Zeitung hat Kinder zwischen fünf und fünfzehn gefragt, wann sie es das letzte Mal bereut haben, das Kind ihrer Eltern zu sein.

Die Umfrage ist eine Revanche auf das Phänomen „Regretting Motherhood“ – also Mütter, die ihre Mutterschaft bereuen und in einer Studie die Frage „Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, mit Ihrem heutigen Wissen und Ihrer Erfahrung, würden Sie dann noch einmal Mutter werden?“ mit „Nein“ beantwortet haben.

Die SZ also hat jetzt den Spieß umgedreht und die Knirpse gefragt, wie schlimm es ist, Eltern zu haben. Die Antworten kamen uns aus dem Leben mit unserem eigenen Nachwuchs wunderbar bekannt vor und haben uns Tränen lachen lassen. Hier die Highlights:

August, 8: „Ich bereue meine Mutter, wenn sie kuscheln will und mich der Bart unter ihren Achseln im Gesicht kitzelt.“

Henri, 8: „Mich stört, dass meine Eltern alles entscheiden dürfen. So wie Sheriffs. Da bin ich lieber bei den Großeltern. Da sagt man, was man will, und die erlauben es.“

Sara, 13: „Ich finde es unmöglich, wenn mir meine Mutter oder mein Vater sagen, wann ich ins Bett zu gehen hab. Hallo? Geht’s noch? Was wissen die denn, wann ich müde bin? Das weiß ich schon selbst. Ich sterb doch nicht gleich, wenn ich mal bis drei oder vier Uhr morgens lese…“

Peter, 15: „Neulich hab ich zum ersten Mal in meinem Leben Bier getrunken. Drei Bier, genau genommen. … Papa hat mich in den Arm genommen, und Mama hat mir den Kopf getätschelt. … Ganz ehrlich? Mir wär’s lieber gewesen, sie hätten gebrüllt. So viel Verständnis: Ich finde das zum Kotzen!“

Wir jedenfalls finden, dass es an unseren Kindern ganz und gar nichts zu bereuen gibt. Auch wenn das Leben mit ihnen ziemlich anstrengend sein kann – die Liebe zu den Zwergen macht doch alles wieder wett. Ziemlich bereut hätten wir es allerdings, der Redaktion der Süddeutschen Zeitung nicht für diesen wunderbaren Artikel zu danken!

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