7. März 2022

Sherwood Forest in Deutschland?

Schon der mittelalterliche Sagenheld Robin Hood machte es offenbar intuitiv richtig: Er nahm von denen, die mehr als genug hatten, um es denen zu geben, die zu wenig hatten. Stichwort: Vermögen gerechter verteilen. Geht es nach einem Vorschlag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), sollte es künftig so ähnlich nicht nur in Sherwood Forest laufen, sondern auch in Deutschland. Im Unterschied zur englischen Legende um den sympathischen Räuber allerdings auf legalem Weg.

Wie der aussehen könnte, beschreibt der wissenschaftliche Mitarbeiter und Mitautor einer Studie zum Thema, Dr. Stefan Bach, in seinem Beitrag „Grunderbe und Vermögenssteuer können die Vermögensungleichheit verringern“ im DIW Wochenbericht 50/2021. In aller Kürze lässt sich der Plan so zusammenfassen: Vermögen wie Wohneigentum, private Vorsorgemaßnahmen wie Renten oder andere finanzielle Vorsorgen, die für das Alter getroffen werden, sollen staatlich stärker gefördert werden. Zusätzlich erhält jeder Bundesbürger bei Erreichen der Volljährigkeit automatisch ein staatliches Grunderbe von 20.000 Euro. Zur Finanzierung des staatlichen Unterstützungsprogramms sollen die Erbschafts- oder die Vermögenssteuer angehoben werden. Und da haben wir ihn, den moderne Robin-Hood-Plan: Die finanziell durch Erbe oder Vermögen gut aufgestellten Personen sorgen so dafür, dass auch die Menschen eine Chance zur Vermögensbildung erhalten, denen das Geld nicht in die Wiege gelegt wurde.

Angesichts der hierzulande herrschenden großen Vermögensungleichheit, in der Viele wenig und Wenige sehr viel besitzen, ein spannender Vorschlag, findet auch die Deutsche Handwerks Zeitung (DHZ). Im DHZ-Beitrag „DIW-Forscher schlagen 20.000 Euro Grundsteuer vor“ lässt sich die DIW- Idee noch einmal nachlesen – oder hören: Am Ende des Beitrags hat die DHZ ein rund sechsminütiges Interview des DIW Berlin mit Stefan Bach eingebettet, in der der Mitautor den Vorschlag noch einmal begründet.