27. September 2021

Jeder Zweite leidet unter Long-COVID

Verlust des Geschmackssinns und/oder der Konzentrationsfähigkeit, bleierne Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Fieberschübe: Jeder Zweite (!), der sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert hat, leidet offenbar noch lange Zeit unter Spätfolgen. Selbst diejenigen, die nur einen vergleichsweise milden Verlauf hatten. Das zumindest ist die Aussage der COVIDOM-Langzeitstudie der Unikliniken Kiel, Würzburg und Berlin, die jetzt veröffentlicht wurde. Die Studie greift hierfür auf Aussagen und Untersuchungsergebnisse der in den Meldebereichen Schleswig-Holstein, Würzburg und Berlin-Neukölln wohnenden Menschen zurück, die eine offiziell bestätigte Infektion nachweisen können.

Dass die von sogenannten Long-COVID-Symptomen Betroffenen heute nicht nur ernstgenommen, sondern auch gezielt medizinisch versorgt werden, war allerdings nicht von Beginn an so. Das verdeutlicht beispielsweise der Beitrag „Long-COVID: Patienten, denen nicht geglaubt wurde“ des unabhängigen internationalen Medienunternehmens DW. Hier schildern bereits früh an Covid19 erkrankte Menschen ihren quasi doppelten Leidensweg. Denn sie hatten nicht nur mit den Spätfolgen der tückischen Krankheit zu kämpfen, sondern zusätzlich gegen die Ungläubigkeit ihres Umfeldes. Inzwischen haben sich einige Kliniken und Therapeuten sogar auf die Behandlung von Long-Covid-Patienten spezialisiert – und sehen sich einem enormen Zulauf ausgesetzt.

Auch wenn – wie unter anderem die Zeitung „Die Welt“ schreibt – die für die Durchführung der Studie verantwortlichen Wissenschaftler betonen, dass die konkrete Ursache der Spätfolgen eventuell auch auf eine intensivmedizinische Behandlung oder psychische Belastungen der Betroffenen zurückzuführen sein könnte: Durch die Studie ist nun eindrücklich belegt, dass die Infektion mit SARS-CoV-2 zu Spätfolgen führen kann. Erschreckend ist, wie häufig dies offenbar der Fall ist. Für uns an dieser Stelle ein Grund mehr, noch einmal ordentlich die Werbetrommel für die schützende Impfung zu rühren!