12 Dez. 2016

Interessante Studie: Wie Unternehmen neue Mitarbeiter finden

Ein Mitarbeiter kündigt, ein anderer geht in Rente. Die Abteilung braucht dringend Unterstützung oder ein neues Projekt kündigt sich an: Die Gründe für Unternehmen, auf Mitarbeitersuche zu gehen, sind vielfältig. Je höher die geforderte Qualifikation und je dringender der Bedarf, desto schwieriger und langwieriger gestaltet sich allerdings zunehmend die Stellenbesetzung – so lesen wir in einer aktuellen Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln.

Die Arbeitsmarktlage ist gut. Mit 43,4 Millionen war die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland Ende 2015 so hoch wie nie zuvor. 78 Prozent aller 20- bis 64-Jährigen sind erwerbstätig. Im Februar 2016 betrug die Arbeitslosenquote nur noch 6,6 Prozent. Eigentlich tolle Nachrichten! Für Unternehmen heißt das allerdings: Für die Besetzung freier Stellen stehen immer weniger Kandidaten zur Verfügung. Und die Suche dauert immer länger. Während Unternehmen im Jahr 2010 im Durchschnitt 70 Tage benötigten, um einen Arbeitsplatz neu zu besetzen, waren es 2015 bereits 85 Tage. Im Jahr 2015 dauerte es im Schnitt 27 Tage länger als geplant, bis Betriebe eine Stelle besetzen konnten.

Wie viele Tage es tatsächlich dauerte, hing stark von der gefragten Qualifikation und der Branche ab. Neue Personalentwickler waren nach 50 Tagen im Betrieb, Programmierungsspezialisten dagegen erst nach rund 180 Tagen. Akademiker für ein Unternehmen zu gewinnen, dauerte 2015 im Schnitt sogar mehr als 100 Tage – allein zwischen dem geplanten und dem tatsächlichen Arbeitsbeginn vergingen fast 40 Tage. Auch hier sind die Unterschiede zwischen den Fachgebieten groß: Während Dolmetscher nach 44 Tagen einsatzfähig waren, betrug die Zeitspanne bei Apothekern und IT-Beratern im Mittel deutlich mehr als 150 Tage.

Um diese Vakanzzeiten zu verkürzen, kommt es für die Unternehmen entscheidend auf eine gut geplante Suche an. Und auch die hat sicher verändert: Von je 100 neu eingestellten Mitarbeitern haben die Unternehmen im vergangenen Jahr 29 über Empfehlungen eigener Beschäftigter oder über persönliche Kontakte gefunden. Nur 1 Prozent aller Neueinstellungen erfolgte im vergangenen Jahr über Soziale Netzwerke wie Facebook, Xing und Co. Die Forscher raten Firmen, mehrere Suchwege parallel zu nutzen. In der Pressemitteilung heißt es: „Eine durchdachte Verknüpfung zum Beispiel von persönlichen Kontakten, Inseraten und Jobbörsen im Internet erweist sich denn auch als besonders geeignet, um schnell den bestmöglichen Kandidaten zu finden.“

Wir wünschen allen suchenden Unternehmen viel Erfolg!