Schlagzeile der Woche | efkes.com: antje_efkes_texte_mit_wirkung

Schlagzeilen der Woche

Eltern zwischen Helikopteritis und Kontrollverlust

Am Wochenende waren wir in einem Vogelpark. Bei den Kakadus streckte ein Neunjähriger plötzlich seine Finger durchs Gitter, um ein zutraulich wirkendes Tier zu streicheln. Das allerdings schnappte zu. Zum Glück ist dem Jungen nicht viel passiert, zwischen seinen Eltern aber ging eine viel gehörte Diskussion los. Er: „Ich hab ihm doch gesagt, er soll von den Gittern wegbleiben.“ Sie: „Lass ihn doch. Manche Erfahrungen muss er eben selbst machen.“ Herrjeh!

Momente wie diesen hält der Alltag für Eltern hundertfach bereit: Darf die Dreijährige auf der hohen Mauer balancieren/auf dem Spielplatz alleine mit der Seilbahn fahren/aufs Fensterbrett steigen? Darf der Große mit seinen Freunden mit dem Fahrrad durchs Viertel düsen/alleine zum Judo und zurück/ins Waldstück hinterm Haus? Manche Eltern sehen überall Gefahren und pfeifen ihre Kinder stets zurück. Andere erlauben alles, ohne sich groß Gedanken zu machen.

Interessant fand ich in diesem Zusammenhang den Artikel „Die Angst der Eltern vor dem Kontrollverlust“ aus dem Elternblog Schlaflos der FAZ. Er geht genau dieser der Frage nach, wie Eltern im Jahr 2018 das Verhältnis von Freiheit und Kontrolle ihrer Kinder austarieren. Viele Eltern, so steht dort, hielten ihre Kinder permanent an der kurzen Leine. „Mit der Folge, dass dem Nachwuchs zu wenig Raum für eigenverantwortliches und eigenständiges Ausprobieren bleibt, ja ihnen sogar das Recht genommen wird, sich, im übertragenen Sinne, eine blutige Nase zu holen.“ Und – besonders spannend: „Wer die Chance gar nicht erst bekommt, aus eigenen Fehlern Schlussfolgerungen zu ziehen, wird möglicherweise später selbstgemachte Fehler seiner Umgebung zuschieben. Erst den Eltern. Den Großeltern. Später der Frau, dem Mann, den eigenen Kindern. Oder sogar reichlich diffus und ganz allgemein der Gesellschaft, ein Sündenbock für die selbst begangenen Fehler muss dann her.“

Auch die Frage, wo die Angst heutiger Eltern vor dem Kontrollverlust und der Katastrophe herkommt, beleuchtet der Artikel klug. Autor Martin Benninghoff nennt zum einen die Beinahe-Echtzeitberichterstattung der Medien: „Das Unsicherheitsgefühl steigt auch deshalb, weil jede Krise, und sei sie im hintersten Hindukusch, mittlerweile viel stärker globalisiert ist und dadurch in unsere Gefilde schwappt.“ Andererseits beobachtet er ein steigendes Überengagement der Eltern: „Der Leistungsgedanke und der übersteigerte Wunsch nach einer makellosen Performance im Alltag – im Supermarkt, auf dem Spielplatz, gegenüber Freunden – kann ebenfalls zu einem übertriebenen Kontrollwahn führen.“ Darin erkennen sich sicher viele Eltern wieder.

Und das Erfolgskonzept? Freiräume schaffen, die Zügel bewusst lockerer halten und sich von der Angstmacherei und dem Perfektionismus anderer nicht anstecken lassen – so Martin Benninghoff. Wir finden, das klingt nach einem verdammt guten Plan!

Recherchequelle: „Die Angst der Eltern vor dem Kontrollverlust“, FAZ.net vom 26. Juni 2018

Humor wird zur Führungskompetenz

Haben Sie heute schon mit Ihren Mitarbeitern gelacht? Oder einen kleinen Spaß gemacht? Dann läuft bei Ihnen in Sachen Führungskompetenz alles rund. Studien belegen, dass für Arbeitnehmer ein positives menschliches Miteinander immer wichtiger wird – darauf sind wir in der Deutschen Handwerks Zeitung gestoßen.

Klar, der Alltag einer Führungskraft ist geprägt von operativen Gesprächen, Verhandlungen, Zahlen, Daten, Fakten. Wer dabei – und gerade in kritischen Momenten – Humor beweist, etabliert Menschlichkeit und Kreativität im Unternehmen und eröffnet neue Kommunikationswege. Das erhöht die Bindung der Mitarbeiter zur Firma und die Akzeptanz des Vorgesetzten, ohne dass der Respektsabstand verloren geht.

„Wo gelacht wird, fühlen sich die Mitarbeiter wohl und es wird in der Regel mehr und produktiver gearbeitet. Humor wird bei gut geführten Einstellungsinterviews als emotionale Intelligenzkomponente gecheckt und als eines der wichtigsten Soft Skills gewertet“, heißt es in dem Beitrag. Übrigens: Kinder lachen bis zu 400 Mal am Tag, ein Erwachsener am Arbeitsplatz nur fünf Mal. Es wird Zeit, dass sich hier was tut!

Recherchequelle: Deutsche Handwerks Zeitung „Warum Sie öfter auf der Arbeit lachen sollten“ vom 19.09.2016

Screenshot von der Website der Deutschen Handwerks Zeitung

Die Macht der Sprache – auch beim Namen

Trump wettert, Putin droht, Kauder will mehr Geld. Im Journalismus ist es üblich, Personen nur mit dem Nachnamen – also ohne Vornamen oder der Anrede Herr oder Frau – zu nennen. Wir finden das schon immer unhöflich und schreiben in Pressemitteilung stets den vollständigen Namen, schließlich sind wir auch nicht einfach Efkes oder Reith oder Lewerenz. Oder liegen wir damit falsch?

Das fragen wir uns seit dem Beitrag „Die Kraft des Nachnamens“ aus der Süddeutschen Zeitung. Darin wird eine Studie der Cornell University in Ithaca vorgestellt. Diese kam zu dem Ergebnis, dass die verkürzte Namensnennung Menschen darin beeinflusst, die professionellen Leistungen der genannten Person höher einzustufen. „Wer mit dem bloßen Nachnamen bezeichnet wird, erfährt einen Bedeutungsgewinn. Die Person wird als berühmter und wichtiger wahrgenommen als jemand, dessen Identität weitere Attribute braucht“, heißt es in dem Artikel.

Die Krux: In den USA würden Männer in der Öffentlichkeit etwa doppelt so häufig nur mit ihrem Nachnamen bezeichnet als Frauen. Dadurch erfahren Frauen Nachteile und wirken weniger qualifiziert, auch wenn es meist aufgrund kultureller Gepflogenheiten höflich gemeint war. Jetzt wird es uns bewusst: Seehofer, Goethe, Einstein und Marx, aber Angela Merkel, Bettina von Arnim, Rosa Luxemburg und Käthe Kollwitz – auch bei berühmten Persönlichkeiten werden Männer eher beim Nachnamen, Frauen dagegen mit ganzem Namen genannt oder in wenigen Ausnahmen mit dem Artikel „die“ (die Monroe, die Dietrich). Das ist wirklich interessant und zeigt nochmal mehr, wie viel Macht Sprache hat. Ob wir in Zukunft jetzt extra bei den Frauen den Vornamen weglassen? Darüber müssen wir nochmal nachdenken 😉

Recherchequelle: „Die Kraft des Nachnamens“, Süddeutsche.de vom 27.06.2018

 

Wortakrobatin Rita Apel über Mikroplastik

Sicher haben Sie unseren Blog-Beitrag „So wenig Plastik wie möglich“ intensiv studiert und nutzen seitdem die App CodeCheck, um Mikroplastik oder Palmöl in Lebensmitteln und Duschgels zu vermeiden. 😉 Leider noch nicht? Dann legen wir Ihnen ein Video ans Herz, das auf noch charmantere Weise zum Benutzen von CodeCheck aufruft. Zu sehen ist die Poetry Slamerin Rita Apel mit ihrem „Kindergedicht vom Mikroplastik“, das sie auf einem Slam zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung vorträgt. In rhythmischem Gleichklang und herrlich gereimt, erklärt die über 60-Jährige die Bedeutung und Gefahr durch Mikroplastik für unsere Natur. So macht Umweltschutz Freude!

„Bevor du auf die Tube drückst, schau nach, was sie enthält.
Mach andre darauf aufmerksam, damit hilfst du der Welt.
Und ist riskanter Inhalt drin, bring sie ruhig wieder hin,
denn dein Konsumverhalten bestimmt ja den Gewinn.“

 

Cleveres Recycling: Bauteilebörsen bieten Fenster oder Heizungen aus zweiter Hand

Die Baubranche boomt – und damit steigt auch der Abfall, den sie produziert. Dabei ist das Bauwesen mit mehr als 200 Millionen Tonnen Bauabfällen pro Jahr ohnehin Deutschlands größter Abfallproduzent. Einen kleinen Gegenpol möchten die Bauteilebörsen bilden. Sie retten funktionstüchtige Treppen, Türen und Fenster aber auch Waschbecken, Gasthermen oder Balkone vor der Entsorgung und bieten sie Interessenten zum Kauf an. Das freut die Umwelt, den Geldbeutel und die neuen Besitzer, die vom Charme historischer Baumaterialien oder einfach von den günstigen Schnäppchen begeistert sind.

Mehr als 900 Türen beispielsweise finden sich in der Bauteilbörse Hannover. Unter dem Motto „Neue Produkte bleiben stumm. Gebrauchte Bauteile erzählen Geschichten.“ macht sich das Projekt des gemeinnützigen Vereins Glocksee Bauhaus e.V. für die Weiter- und Wiederverwendung gebrauchsfähiger Bauelemente aus Abbruch- und Renovierungsvorhaben stark. Das Team holt gut erhaltene Bauteile direkt an der Baustelle ab und verkauft sie im eigenen Secondhand-Baumarkt weiter. Weil dort auch Jugendliche arbeiten, die es schwer haben, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, ist die Bauteilbörse auch ein soziales Projekt.

Uns gefällt die Idee, dass alte Baustoffe nicht einfach auf der Deponie landen, sondern quasi ein zweites Leben geschenkt bekommen! Also schauen Sie doch mal in Hannover vorbei oder besuchen sie eine andere Bauteilbörse. Eine Liste finden Sie beim Bundesverband Bauteilnetz Deutschland.

Recherchequelle: „Neues Leben für alte Bauteile“, Süddeutsche-Zeitung.de vom 28.06.2018

Kontakt

Antje Efkes – Kommunikations-Management

Im Kirchleösch 56
D-88662 Überlingen

0049 7551 947 7700

Impressum & Datenschutzerklärung

 

Zur Anbieterkennzeichnung hier entlang.

Die Datenschutzerklärung finden Sie hier.