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Schlagzeilen der Woche

Die Macht der Sprache – auch beim Namen

Trump wettert, Putin droht, Kauder will mehr Geld. Im Journalismus ist es üblich, Personen nur mit dem Nachnamen – also ohne Vornamen oder der Anrede Herr oder Frau – zu nennen. Wir finden das schon immer unhöflich und schreiben in Pressemitteilung stets den vollständigen Namen, schließlich sind wir auch nicht einfach Efkes oder Reith oder Lewerenz. Oder liegen wir damit falsch?

Das fragen wir uns seit dem Beitrag „Die Kraft des Nachnamens“ aus der Süddeutschen Zeitung. Darin wird eine Studie der Cornell University in Ithaca vorgestellt. Diese kam zu dem Ergebnis, dass die verkürzte Namensnennung Menschen darin beeinflusst, die professionellen Leistungen der genannten Person höher einzustufen. „Wer mit dem bloßen Nachnamen bezeichnet wird, erfährt einen Bedeutungsgewinn. Die Person wird als berühmter und wichtiger wahrgenommen als jemand, dessen Identität weitere Attribute braucht“, heißt es in dem Artikel.

Die Krux: In den USA würden Männer in der Öffentlichkeit etwa doppelt so häufig nur mit ihrem Nachnamen bezeichnet als Frauen. Dadurch erfahren Frauen Nachteile und wirken weniger qualifiziert, auch wenn es meist aufgrund kultureller Gepflogenheiten höflich gemeint war. Jetzt wird es uns bewusst: Seehofer, Goethe, Einstein und Marx, aber Angela Merkel, Bettina von Arnim, Rosa Luxemburg und Käthe Kollwitz – auch bei berühmten Persönlichkeiten werden Männer eher beim Nachnamen, Frauen dagegen mit ganzem Namen genannt oder in wenigen Ausnahmen mit dem Artikel „die“ (die Monroe, die Dietrich). Das ist wirklich interessant und zeigt nochmal mehr, wie viel Macht Sprache hat. Ob wir in Zukunft jetzt extra bei den Frauen den Vornamen weglassen? Darüber müssen wir nochmal nachdenken 😉

Recherchequelle: „Die Kraft des Nachnamens“, Süddeutsche.de vom 27.06.2018

 

Wortakrobatin Rita Apel über Mikroplastik

Sicher haben Sie unseren Blog-Beitrag „So wenig Plastik wie möglich“ intensiv studiert und nutzen seitdem die App CodeCheck, um Mikroplastik oder Palmöl in Lebensmitteln und Duschgels zu vermeiden. 😉 Leider noch nicht? Dann legen wir Ihnen ein Video ans Herz, das auf noch charmantere Weise zum Benutzen von CodeCheck aufruft. Zu sehen ist die Poetry Slamerin Rita Apel mit ihrem „Kindergedicht vom Mikroplastik“, das sie auf einem Slam zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung vorträgt. In rhythmischem Gleichklang und herrlich gereimt, erklärt die über 60-Jährige die Bedeutung und Gefahr durch Mikroplastik für unsere Natur. So macht Umweltschutz Freude!

„Bevor du auf die Tube drückst, schau nach, was sie enthält.
Mach andre darauf aufmerksam, damit hilfst du der Welt.
Und ist riskanter Inhalt drin, bring sie ruhig wieder hin,
denn dein Konsumverhalten bestimmt ja den Gewinn.“

 

Cleveres Recycling: Bauteilebörsen bieten Fenster oder Heizungen aus zweiter Hand

Die Baubranche boomt – und damit steigt auch der Abfall, den sie produziert. Dabei ist das Bauwesen mit mehr als 200 Millionen Tonnen Bauabfällen pro Jahr ohnehin Deutschlands größter Abfallproduzent. Einen kleinen Gegenpol möchten die Bauteilebörsen bilden. Sie retten funktionstüchtige Treppen, Türen und Fenster aber auch Waschbecken, Gasthermen oder Balkone vor der Entsorgung und bieten sie Interessenten zum Kauf an. Das freut die Umwelt, den Geldbeutel und die neuen Besitzer, die vom Charme historischer Baumaterialien oder einfach von den günstigen Schnäppchen begeistert sind.

Mehr als 900 Türen beispielsweise finden sich in der Bauteilbörse Hannover. Unter dem Motto „Neue Produkte bleiben stumm. Gebrauchte Bauteile erzählen Geschichten.“ macht sich das Projekt des gemeinnützigen Vereins Glocksee Bauhaus e.V. für die Weiter- und Wiederverwendung gebrauchsfähiger Bauelemente aus Abbruch- und Renovierungsvorhaben stark. Das Team holt gut erhaltene Bauteile direkt an der Baustelle ab und verkauft sie im eigenen Secondhand-Baumarkt weiter. Weil dort auch Jugendliche arbeiten, die es schwer haben, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, ist die Bauteilbörse auch ein soziales Projekt.

Uns gefällt die Idee, dass alte Baustoffe nicht einfach auf der Deponie landen, sondern quasi ein zweites Leben geschenkt bekommen! Also schauen Sie doch mal in Hannover vorbei oder besuchen sie eine andere Bauteilbörse. Eine Liste finden Sie beim Bundesverband Bauteilnetz Deutschland.

Recherchequelle: „Neues Leben für alte Bauteile“, Süddeutsche-Zeitung.de vom 28.06.2018

Fischstäbchen: In Stäbchen geformt und paniert geht immer

Hatten Sie diese Woche schon Fischstäbchen? Die Wahrscheinlichkeit dafür ist relativ hoch. Etwas mehr als zwei Milliarden Stück haben wir Deutschen allein im Jahr 2017 verspeist. Ich könnte mir vorstellen, dass die Mehrheit davon in Kinderbäuchen gelandet ist – denn egal, wie groß die Abneigung gegen Fisch ist, in Stäbchen geformt und paniert geht er immer. Und so kommt es auch, dass Fischstäbchen in Kindergärten und Schulen regelmäßig auf dem Speiseplan stehen.

In der Süddeutschen Zeitung haben wir nun gelesen, dass gerade dieser Fisch von schlechter Qualität ist. Schließlich müssen die Systemgastronomen auf jeden Cent achten und greifen daher zu den billigeren „double frozen“-Fischstäbchen. Während US-Fischer den Alaska-Seelachs direkt an Bord verarbeiten und schockfrosten nehmen russische Fischer die Fische vor Ort nur aus, schockfrosten sie das erste Mal und verkaufen sie nach China, wo sie von Hand filetiert und wieder eingefroren werden. Wie lange sie aufgetaut sind und unter welchen hygienischen Zuständen die Weiterverarbeitung abläuft, ist fraglich. Beim Fischanteil schummeln können allerdings weder amerikanische Hersteller noch russische: dieser ist in Deutschland und Österreich auf exakt 65 Prozent festgelegt, ebenso wie Größe (9 cm x 2,6 cm x 1,1 cm) und Gewicht (30 Gramm). Achtung also bei Wortkreationen wie „Backfisch-Stäbchen“, bei denen die Panade üppiger ist als der Fisch.

 

Recherchequelle: „Woher kommen unsere Fischstäbchen, Käpt’n?“, Süddeutsche Zeitung.de vom 23. Juni 2018

Starke Kinder: Ein Radiofeature über frühkindliche Prägung

Was braucht eine Kinderseele, um gesund und stark zu werden? Wie soll die Erziehung aussehen, damit das Kind ein gesundes Selbst und Empathie entwickelt? Diese Fragen treiben Eltern permanent um. Klar ist: Der Weg führt über eine sichere Bindung. Aber wie kann diese entstehen? Geht es um permanente Nahe und Bedürfniserfüllung durch die Eltern oder eher um frühe Selbstständigkeit und Disziplin?

Das Zeitfragen-Feature „Selbstwert oder gelernter Hass – Wie uns die frühe Kindheit prägt“ von Deutschlandfunk Kultur nimmt das Thema frühkindliche Prägung unter die Lupe. Zu Wort kommen die Mutter Marie, die Kita-Leiterin Bärbel Senz, der Kinderarzt Herbert Renz-Polster oder der 2014 verstorbene Tiefen-Psychologe Arno Gruen. Im Beitrag wird auch der Bogen zum Politischen gespannt, denn Gehorsamkeit und ein Mangel an Nähe und Zuwendung in der Kindheit sei – so Arno Gruen – ein Grundstein für Gewalt und Rassismus im Erwachsenenleben.

Das Feature finden Sie in der ARD-Mediathek sowie bei Deutschlandfunk Kultur. Hören Sie mal rein!

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