25. Oktober 2021

Bauen mit Algen?

Fundamente, Wände, Stützpfeiler, Tunnel, Gehwegplatten, Dämme – fast alles, was eine große Stabilität erfordert, wird aus Beton gebaut. Vorteile: Das Material ist extrem massiv und haltbar, die Kosten sind dagegen gering. Beton bringt jedoch leider auch eine sehr unschöne Eigenschaft mit: Bei der Herstellung entsteht eine nicht unbeträchtliche Menge CO2. Laut eines Beitrags des Inforadios „Deutschlandfunk“ trägt die Produktion des als Bindemittel genutzten Zements jährlich zu bis zu zehn Prozent am durch Menschen verursachten CO2-Austoß bei.

Angesichts des Klimawandels tut sich jetzt jedoch auch in der Baubranche etwas in Sachen Klimaschutz. Wie die Nachrichtenplattform heise.de jüngst berichtete, suchen Wissenschaftler zum Beispiel nach umweltfreundlicheren Materialien, die Beton als Baustoff klimafreundlicher machen sollen. In seinem Beitrag „Alternativer Beton für grünes Bauen“ beschreibt Autor Gregor Honsel verschiedene aktuelle Forschungsansätze. So könnten Algen beispielsweise zu Carbonfasern verarbeitet werden, um Stahlbewehrungen zu ersetzen, was beim Bauen wiederum eine geringere Menge an Beton (und damit auch Zement) erforderlich mache. An der Technischen Universität Dresden wurde das Verbundmaterial Carbonbeton bereits im Praxiseinsatz getestet und für gut befunden.

Bis der Baustoff Beton in der herkömmlichen Zusammensetzung komplett durch klima- und umweltfreundlichere Alternativen abgelöst werden kann, wird noch einige Zeit vergehen. Aber es sind erste Schritte. Und wir sind sehr gespannt, welche weiteren Ideen die Wissenschaft in den nächsten Jahren in diesem Segment entwickelt.