26. Juli 2021

„Alles gesagt?“ Lieblingspodcast der ZEIT

Die Welt der Podcasts ist reich und wird immer reicher. Jede Woche gehen wunderbare Hörformate an den Start, die das Leben – ob privat oder beruflich – bereichern. Eine besondere Perle unter den Angeboten ist „Alles gesagt? Der unendliche Interviewpodcast“ von der ZEIT. Das Besondere: Das Interview endet erst, wenn der oder die Interviewte es möchte. Dafür wird ein Codewort vereinbart, mit dem das Gespräch sofort endet. In der Regel ist das sehr spät und die Interviews dauern oft Stunden. Deswegen haben die Interviewer Christoph Amend vom ZEITmagazin und Jochen Wegner von ZEIT-ONLINE immer Hunderte Fragen und meistens auch ein paar Spiele für ihren Gast dabei. Den Rekord hält bisher der YouTuber Rezo, den die beiden Chefredakteure mehr als achteinhalb Stunden lang befragten. Die kürzeste Folge ist mit Ulrich Wickert, der nach 12 Minuten aus Versehen das Schlusswort „Giovanni“ aussprach. Der Künstler Ai Weiwei hingegen weigerte sich, das Schlusswort überhaupt zu sagen – offiziell läuft die Folge also immer noch, quasi als Ai Weiwei-Kunstprojekt.

Doch nicht nur die Sache mit dem Schlusswort ist so besonders. Das Herausragende an dem Format ist, dass die Gäste sich alle Zeit der Welt nehmen können, um das, was ihnen wirklich am Herzen liegt, in aller Ruhe und Ausführlichkeit zu besprechen. Weg von 140-Zeichen-Tweets oder Zwei-Minuten-Statements. Hier kann man mal richtig Meinung beziehen. Aus dem Leben plaudern. Gemeinsam Aktuelles ergründen oder Visionen spinnen. Zuletzt hat das zum Beispiel Annalena Baerbock genossen, als sie wenige Tage nach ihrer Ernennung zur Kanzlerkandidatin bei „Alles gesagt?“ zu Gast war – übrigens zwei Stunden und 56 Minuten lang. Doch besonders ans Herz legen möchte ich Ihnen die Folge, die im Rahmen des ZEIT ONLINE Podcastfestival aufgenommen wurde. Darin spricht die von mir sehr verehrte Chefredakteurin der Zeit, Sabine Rückert. Einfach großartig!

Ihre
Christine Reith